Wie fälscht man einen König? : Johann Georg Zimmermann und der Friedrichmythos

Lau, Thomas

Als Leibarzt Friedrichs des Großen sowie als Gelehrter und Philosoph im Sinne der Spätaufklärung gehörte der Schweizer Johann Georg Zimmermann (1728-1795) mit zum großen Kreise der Weber des Friedrichmythos '. Als Gesprächspartner wie als Mediziner vom Preußenkönig hoch geschätzt, saß er gar an dessen Sterbebett. Durch diese Erfahrungen der unmittelbaren Herrschernähe verbürgte Zimmermann auch die Authentizität seiner breitangelegten Schriften über das Leben und Wirken Friedrichs. Anhand dieser gewichtigen Überlieferung versucht der Aufsatz den bereits früh einsetzenden Kampf um die Deutungshoheit über den roi philosophe im Rahmen des internationalen aufgeklärten Diskurses zu erhellen. Das hier generierte Friedrichbild wird dabei als Ausdruck der konkurrierenden Deutungsmuster rivalisierender Gelehrtennetzwerke verstanden, wobei das Beispiel Zimmermanns deutlich vor Augen führt, dass die politische Erwartungshaltung gegenüber den Gelehrten und ein immer dichteres europäisches Informationsnetz konfliktverschärfend wirkten.

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Friedrich300 - Colloquien

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