Nation mit "Bundesdorf" : Bonn und Berlin als Regierungssitze

Geppert, Dominik GND

Die Teilung der Nation und die Diskreditierung der eigenen nationalen Tradition sind die beiden zentralen Prämissen, von denen jede Betrachtung zur symbolischen Bedeutung der Hauptstadtfrage in der deutsch-deutschen Systemkonkurrenz auszugehen hat. Dem neuen westdeutschen Gemeinwesen gelang es im Laufe der Zeit, eine eigene staatliche und gesellschaftliche Identität auszubilden. Je stärker dieses Gemeinwesen wirtschaftlich prosperierte, je mehr sich seine politischen Institutionen bewährten, je erfolgreicher es eine anfangs antidemokratisch oder unpolitisch gesinnte Gesellschaft zu integrieren vermochte, desto deutlicher bildeten sich normative Leitideen und ein spezifisch bundesrepublikanisches Eigengefühl heraus, das seinen Niederschlag in Architektur und Stadtplanung fand – und zwar sowohl am Sitz der Regierung in Bonn als auch in der Westhälfte des geteilten Berlins und später in der wiedervereinigten Hauptstadt. Der Beitrag unterteilt diese Entwicklung im Folgenden in drei Zeitabschnitte: erstens der Notbehelf in doppelter Abgrenzung von 1949 bis Anfang der 1960er Jahre; zweitens die Planungen für die Dauerlösung in den 1960er und 1970er Jahren; und drittens der "Abschied vom Provisorium" (Andreas Wirsching) nach 1980 bis zum Umzug der Regierung nach Berlin im Jahr 1998.

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