Französisch oder deutsch? : Die "Schönen Wissenschaften" und Friedrich der Große

Luh, Jürgen GND

"Schöne Wissenschaften" waren für Friedrich den Großen in erster Linie die Schreib- und die Dichtkunst sowie die Beschäftigung mit der Vergangenheit, die Historie, und auch die Musik. Sie alle müssten geschmackvoll und mit Esprit, d. h. mit einer Leichtigkeit, die sie allen Menschen überall verständlich machten, betrieben werden. sie hätten "die Pflicht … zu gefallen", berechtige ihre Existenz. Die "Pflicht zu gefallen" oder, wie er auch schrieb, "Geschmack zu besitzen" und zu verbreiten, war das wichtigste Kriterium für Friedrichs Definition einer "Schönen Wissenschaft". Und die Wissenschaften nach diesem Gebot aufzubereiten, erfüllten nach Friedrichs Ansicht allein die Franzosen. Die Deutschen dagegen seien arbeitsam, gründlich und von erdrückender Weitschweifigkeit – das langweile. Ihnen fehle an der Unterscheidungskraft, alle Schönheiten aufzufassen. Sie müssten durch das Studium französischer Schriften und griechischer und lateinischer in französischer Übersetzung erst Geschmack gewinnen. Er hoffte, dass dies dereinst einmal der Fall sein werde.

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