Johann Seyffarth : Ein Violinist als »Korrepetitor der Ballette«

Rovetta, Michele

Die Jahrgänge 1777–1787 von Heinrich August Ottokar Reichards Theaterkalender belegen, dass der Violinist Johann Gabriel Seyffarth am königlich-preußischen Hof die bisher wenig erforschte Funktion des Ballettkorrepetitors inne hatte: Wie an anderen Höfen wirkte auch an diesem Hof im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts ein Mitglied der Hofmusik, und zwar ein Violinist, als Ballettkorrepetitor. Bislang nicht ausgewertete Dienstverträge aus dem deutschsprachigen Raum belegen eindeutig die Verwendung der Violine als Korrepetitionsinstrument noch um und nach der Mitte des 19. Jahrhunderts: Das Merkmal des Klavierspielens ist im Begriff des Korrepetierens nicht enthalten. Die letzten an den Königlichen Schauspielen zu Berlin angestellten Musiker, die als Orchesterviolinisten und Ballettkorrepetitoren wirkten, waren noch nach 1900 tätig.