Laici, giuristi, umanisti. Ronald Witt e l’Italia medievale

Conte, Emanuele GND

Im Anschluss an Kristeller hat Ronald Witt (1933–2017) sich in zwei wichtigen Studien, die nun in italienischer Übersetzung vorliegen, den mittelalterlichen Ursprüngen des italienischen Humanismus gewidmet. Der zweite Band reicht bis in die Zeit der Karolinger zurück, um den Wurzeln der italienischen Außergewöhnlichkeit nachzuspüren, mit der sich die antiquarische Begeisterung der Renaissance begründen läßt. Da die Autorität der Antike oftmals in politischer Absicht angerufen wurde, um Machtgewalt und Einrichtungen zu rechtfertigen, haben Kristeller – und nun umfassender Witt – diese Außergewöhnlichkeit Italiens auf das Fortdauern einer jenseits der Alpen verschwundenen laizistischen Kultur zurückgeführt. Die Entstehung der Rechtswissenschaft und die Innovationskraft einer Schicht von öffentlichen Beamten, die sich für die Antike zu begeistern begannen, stellt für die Zeit ab dem 12. Jahrhundert in der Tat eine italienische Besonderheit dar. Für die Periode vom 8. Jahrhundert bis zur gregorianischen Reform hingegen entwickelte sich der laizistische Ansatz eher innerhalb der Klerikerkultur und bereitete die Wende vor, in deren Folge die laizistische Orientierung die Oberhand gewann und sich eine neue, dynamische Führungsschicht herausformte.

Taking up the teachings of Kristeller, Ronald Witt (1933–2017) has devoted two important books to the medieval origins of Italian humanism, both now translated into Italian. In the second volume, the study goes back to the Carolingian period in search of the origins of the Italian exceptionality that might justify the antiquarian passions of the Renaissance. Since the authority of Antiquity is often evoked in a political context to justify powers and institutions, initially Kristeller and later and more extensively Witt have linked this Italian exceptionality to the persistence of a secular culture that had disappeared on the other side of the Alps. Starting from the 12th century, the emergence of jurisprudence and the innovative culture of the class of public functionaries who began to cultivate a passion for Antiquity is a very Italian peculiarity. During the preceding period, from the 8th century to the Gregorian reform, by contrast, secularism is an internal feature of clerical culture and helped to pave the way for the turning point that saw laymen taking charge to form a new and dynamic ruling class.

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