La fazione spagnola presso la corte imperiale e i nunzi (1628–1635)

González Cuerva, Rubén GND

Das Gewicht und der politische Einfluss der spanischen Faktion am Kaiserhof Ferdinands II. von Habsburg sind von der traditionell ausgerichteten Geschichtsschreibung wiederholt hervorgehoben worden. Deren Präsenz in den Zentren der habsburgischen Macht belegen sowohl die Korrespondenz zwischen den venezianischen und toskanischen Botschaftern als auch die Dokumente, die von den am Kaiserhof akkreditierten Nuntien verfasst wurden. Mit der jüngsten von Rotraud Becker bearbeiteten Edition der „Nuntiaturberichte“ verfügen wir über ein einzigartiges Instrument, um die Frage zu prüfen, ob die in Wien ansässigen Spanier von den Nuntien als eine streng organisierte Gruppe oder nicht vielmehr im Sinne eines diffus präsenten Netzwerks verstanden wurde. Zugleich zeigt sich, dass zwischen dem Katholischen König und dem Papst ein Konkurrenzverhältnis bestand. Ferner lassen sich anhand von Beckers Edition die verschiedenen Strategien herausarbeiten, derer sich die beiden Akteure bedienten, um vertrauliche Informationen zu erlangen, politische Unterstützung zu erhalten und einen regelrechten direkten Kommunikationskanal zum Kaiser aufzubauen; deutlich wird dabei allerdings der Gegensatz zwischen dem spanischen Modell, das auf Pensionszahlungen beruhte, und dem päpstlichen Vorgehen, das auf die Anrufung des Gewissens abhob (via di coscienza). Der Reichtum der „Nuntiaturberichte“ erlaubt es schließlich, die spanischen Quellen mit Blick auf die Agenten und die Vermittlung zu vergleichen: Angesichts der Tatsache, dass in jenen Jahren der Katholische König in Wien über zahlreiche Vertreter verfügte, stellt sich in der Tat die Frage, wer im Rahmen der pluralen dynastischen und diplomatischen Ordnung als bevollmächtigter Vertreter handelte. Diese Studie soll ein Beitrag über die im Umfeld des Kaiserhofes eingesetzten politischen Strategien zur Zugangsund Informationsgewinnung sein; damit wird die Aufmerksamkeit auf die Einschränkungen gelenkt, denen der Entscheidungsprozess aufgrund äußeren Drucks unterliegt.

Traditional historiography has long noted the importance and political influence of the Spanish faction at the imperial court of Ferdinand II. This presence at the heart of Habsburg power is attested both by the correspondence between the Venetian and Tuscan ambassadors and by the documentation produced by the nuncios stationed at the imperial court. Rotraud Becker’s recent editions of the „Nuntiaturberichte“ provide us with a unique source on the basis of which to analyse whether the nuncios perceived the Spanish presence in Vienna as a well-organized group or rather as a diffuse network. Simultaneously, Becker’s editions also underline the competition between the Catholic King and the pope, and their respective strategies for recruiting supporters, and gaining access to secret information and direct access to the emperor. At the same time, it highlights a sharp contrast between the Spanish and papal models, based respectively on the payment of pensions and the exertion of moral pressure. The richness of the „Nuntiaturberichte“ also allows us to compare the Spanish sources in terms of agents and mediation, clarifying who acted as an authorized representative within a fairly plural dynastic and diplomatic order, given that at the time the Catholic King had numerous representatives in Vienna. This case study thus facilitates a reflection on the policies of access and information used among imperial courtiers, calling attention to the limitations imposed by foreign pressures on the decision-making process.

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