Una nuova categoria documentaria nella Toscana marchionale: la donazione in forma di mandato : Cultura grafica e strutture politiche in una società di corte

Tomei, Paolo GND

Der Artikel untersucht und kontextualisiert zwei von den Historikern wenig beachtete Quellen. Es handelt sich um zwei undatierte und gesiegelte Schenkungsurkunden, die im Namen von zwei der bekanntesten Markgrafen im Tuszien des 10. Jahrhunderts, Adalbert II., genannt der Reiche, und Hugo II., genannt der Große, ausgestellt wurden. Einerseits weisen sie besondere grafische und textliche Merkmale auf, die in der Vergangenheit Zweifel an ihrer Authentizität haben aufkommen lassen. Andererseits befinden sie sich in kirchlichen Archiven, d. h. in den Kapitelarchiven von Lucca und Volterra, deren Zugänglichkeit im letzten Jahrhundert nicht immer gewährleistet war. Eine erneute gründliche, vergleichende Analyse der beiden Urkunden bestätigt nicht nur ihre Echtheit, sondern erlaubt auch, einen neuen Urkundentyp zu definieren und das Umfeld zu beschreiben, in dem sie entstanden sind. Ihre Form ergibt sich aus ihrer Funktion, die sie innerhalb der politisch- institutionellen Verfassungsform der damaligen Toskana, d. h. der Markgrafschaft, innehatten. Tatsächlich bieten die beiden Quellen sowohl in grafischer und textlicher als auch in inhaltlicher Hinsicht wichtige Anhaltspunkte, um die dortigen Machtstrukturen zu rekonstruieren und die Triebkräfte einer frühmittelalterlichen Hofgesellschaft herauszuarbeiten, die vom öffentlichen Verteilungskampf um Macht und Prestige unwiderstehlich angezogen wurde.

The article studies and contextualizes two sources hitherto somewhat neglected by historians – namely, two undated and sealed donations issued on behalf of the two best-known marquises of Tuscany of the 10th century: Adalbert II, known as the Rich, and Hugh II, called the Great. On the one hand, their graphic and textual characteristics have in the past raised doubts about their authenticity. On the other, they are held in two ecclesiastical archives, the Capitular Archives of Lucca and Volterra respectively, which have been difficult to access over the last century. A new in-depth analysis of the two documents, and a comparison between them, not only confirms that they are genuine but also allows us to define the features of a new type of document to which they probably belong; it is also possible to identify the context in which they were produced. Their form can be fully understood in light of their function within the political-institutional context – the March – which framed Tuscany at the time. These two sources, both in their graphic form and in terms of layout and content, provide us with data of great importance for an understanding of marquisal power structures and of the dynamics typical of an early medieval court society, revolving around the public redistribution of power and prestige.

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