Benedetto XV e l’Ufficio provvisorio per informazioni sui prigionieri di guerra (1914–1918)

Valente, Massimiliano GND

Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges erhielten Benedikt XV. und das vatikanische Staatssekretariat zahlreiche Anfragen von Familienangehörigen zu Schicksal und Verbleib ihrer nächsten Verwandten an der Front. Um sie besser bearbeiten zu können, schuf der Papst im August 1914 ein provisorisches Büro für Kriegsgefangene und ein Informationsnetzwerk, das sich auf entsprechende bischöfliche Initiativen wie die Mission catholique suisse en faveur des prisonniers de guerre in Fribourg und die Kirchliche Kriegshilfe in Paderborn stützte. Nach dem Kriegseintritt Italiens entstand eine solche Einrichtung auch an der Wiener Nunziatur. Mit Hilfe der lokalen katholischen Hierarchien gelang es dem Heiligen Stuhl in den meisten Fällen, einen Kontakt zwischen den Kriegsgefangenen und ihren Familien herzustellen bzw. diese vom Tod ihres Verwandten in Kenntnis zu setzen. Das Netzwerk spielte auch für den Aufbau der sogenannten „Diplomatie der Hilfe“ seitens des Papstes eine wichtige Rolle; zwischen 1914 und 1918 diente sie dazu, den Kriegsopfern geistige und materielle Unterstützung zu gewähren und zum Zwecke des Gefangenenaustausches zwischen den kriegführenden Ländern zu vermitteln. Diese Politik wurde während des Krieges und nach dessen Ende von den meisten Mächten positiv gewürdigt und trug dazu bei, dass der Heilige Stuhl sich im Verlauf der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts auf internationaler Ebene neu positionieren konnte.

From the start of the Great War, Benedict XV and the Vatican Secretariat of State received numerous requests for information – from family members or relatives – regarding missing soldiers. For this reason, the Pope, from the autumn of 1914, organized a specific service that gradually took shape over the following months, to better respond to these requests. In this way, a special temporary office for information on prisoners of war was created. A sort of information network was also set up, in part through the creation of similar offices by Catholic bishops, namely the Mission catholique suisse en faveur des prisonniers de guerre in Fribourg and the Kirchliche Kriegshilfe in Paderborn; and subsequently, after Italy’s entry into the war, in Vienna as well, by the local nunciature. Thanks to the cooperation of the Catholic hierarchies, the Holy See was in most cases able to put families in touch with prisoners or inform them of their death. This network was also of great importance to the Pope’s so-called „assistance diplomacy“ implemented between 1914 and 1918 and taking the form of spiritual and material support for the victims of war and mediation between the belligerents for the reciprocal exchange of prisoners. This policy was recognized as meritorious by most powers, during and after the war, and ensured the Holy See an international standing during the 1920s.

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