Den Göttern gleich : Schlitten am Berliner Hof um 1700
Schlittenfahrten waren fester Bestandteil höfischen Lebens, ein die europäischen Höfe verbindendes Element der Selbstdarstellung mit politischer Absicht. Ihre große Zeit fällt in das letzte Drittel des 17. und beginnende 18. Jahrhundert, am Berliner Hof in das letzte Regierungsjahrzehnt des Großen Kurfürsten und die Zeit Friedrichs III./I. Hofbildhauer wetteiferten in der Anfertigung prunkvoller Schlitten, von denen heute europaweit nur noch wenige Exemplare erhalten sind. Die Berliner Sammlung an Schlitten des späten Barock galt bis 1945 als qualitativ höchststehender Bestand. Was zeichnet die Berliner Prunkschlitten um 1700 aus? Wer waren die Bildhauer, die sich diesem Teil der Hofkunst widmeten? Woher bezogen sie Anregung und Inspiration? Am Beispiel der zwei in der SPSG erhaltenen und von vier im Zuge des Zweiten Weltkrieges verlorenen, in historischen Fotos dokumentierten Schlitten wird diesen Fragen in Gegenüberstellungen mit graphischen Vorlagen und Zeugnissen der Innenraum-und Möbelkunst der preußischen Schlösser nachgegangen.