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Handlungen der Resilienz ergänzen : Die Auswirkungen des demographischen Wandels auf kommunale Aktivitäten und zivilgesellschaftliches Engagement

Der demografische Wandel in Japan stellt insbesondere ländliche Kommunen vor zunehmend große Herausforderungen. Ein weiter ansteigender Anteil von Personen mit dem Alter von oder über 65 Jahren (in den Untersuchungsgebieten dieses Projekts zwischen 40% und 50%) und der gleichzeitig eintretende Bevölkerungsschwund erschweren das Aufrechterhalten von gemeinschaftlichen Aktivitäten in den Nachbarschaften oder das Abhalten von lokalen Festen. Damit geht ein Ausdünnen sozialer Beziehungen innerhalb der Kommunen einher, die vor allem durch die gemeinschaftlichen Handlungen sukzessive genährt wurden. Insbesondere ältere Personen in den betroffenen Gebieten können dadurch Anschluss an das Leben in ihrer Nachbarschaft verlieren – mit psychologischen, aber auch gesundheitlichen Auswirkungen. Doch sind es gerade diese zwischenmenschlichen Verbindungen, die als wichtige Ressource in Krisenfällen dienen können. Diese über einige Jahre hinweg gepflegten sozialen Beziehungen treten im Ernstfall in Form von rascher gegenseitiger Hilfe und nahezu lückenloser Erfassung des Zustandes der Lokalbevölkerung ans Tageslicht. Was geschieht jedoch, wenn diese „Handlungen der Resilienz“ immer weniger durchgeführt werden können? Welche anderen Möglichkeiten der Förderung zwischenmenschlichen Austauschs eröffnen sich dabei? An dieser Stelle knüpft dieses Projekt an und erforscht lokale Strategien der Förderung oder des Ersetzens dieser Handlungen in drei unterschiedlichen Kommunen. Die zentrale Forschungsfrage beschäftigt sich damit, wie lokale zivilgesellschaftlichen Organisationen, Aktivist*innen und lokale Wohlfahrtsorganisationen Orte des sozialen Austauschs schaffen, um die gegenseitige Hilfe in den Kommunen zu stärken. Methoden qualitativer Sozialforschung (teilstrukturierte Leitfadeninterviews, narrative Interviews, teilnehmende Beobachtung) sollen die Perspektiven dieser unterschiedlichen Akteure erfassen und die Prozesse des Wandels der Strukturen der Resilienz beleuchten. Der Vergleich dreier Gebiete (Aso-Region in Kumamoto, Chizu inTottori und Okutama in Tokyo) ermöglicht das Ausarbeiten unterschiedlicher Strategien der Aufrechterhaltung sozialen Austauschs in herausfordernden Zeiten.

Demographic change poses significant challenges to Japanese rural communities. The increasing number of people aged 65 or more (currently between 40% and 50% in the regions covered by this project) and the advancing decline in population endanger the performance of community activities in local neighbourhoods. As a result, social relations within the communities are thinning out. In particular, many older people in remote parts of rural areas have already become disconnected from community life, which often has detrimental effects on their mental and physical health.
Yet it is precisely these interpersonal connections that serve as an important resource during crises. These social relationships, often cultivated over the course of many years within communities, become apparent in the event of an emergency, e.g. in the form of rapid mutual aid and the quick and exhaustive monitoring of the local population after a natural disaster. But what happens once these "activities of resilience" cannot be performed efficiently anymore? What other opportunities for fostering interpersonal exchange might emerge out of the slowly eroding social networks?
This project tackles these issues and explores local strategies for promoting or replacing these activities in three different communities. The central research question deals with how local civil society organizations, activists and local welfare organizations create places of social exchange to strengthen mutual aid in the communities. Applying methods of qualitative social research (semi-structured interviews, narrative interviews, participant observation), this project captures the perspectives of different actors in rural Japan and sheds light on the processes of change within the structures of resilience. By comparing three regions (Aso/Kumamoto, Chizu/Tottori, and Okutama/Tokyo), it elaborates different strategies of sustaining social exchange in challenging times.

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Handlungen der Resilienz ergänzen

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